Koala Warnschild Adelaide

Adelaide: Herbstwetter war so nicht vereinbart?

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Australien

Uninformiert wie ich war, dachte ich, dass der nahende australische Winter eher dem deutschen Sommer gleichen würde. Nasskaltes Wetter stand einfach nicht auf meinem Packzettel. In meinem naiven Kopf dachte, Stoffschühchen werden schon reichen. Tun sie nicht. Liebe Zimmergenossen: Ich entschuldige mich für das ewige Geschniefe, mein Selbstmitleid und ja (wahrscheinlich) auch das Schnarchen. Bei zwölf Grad und Regen haben sich meine Nasennebenhöhlen in Schleimseen verwandelt. Mir ist kalt. Ich vermisse meinen Kleiderschrank, ein warmes Erkältungsbad und ja auch die Zentralheizung. Manchmal hasse ich Backpacken.

Jetty Glenelg

Ein Luxus war der Strand vor der Hostel-Haustür im Vorort Glenelg

Genug. Eigentlich will ich mich nicht beschwere, denn ich glaube es hätte keinen geeigneteren Ort in der australischen Backpacker-Welt geben können, um kränkelnd das Bett zu hüten. Anstelle der üblichen Stockbetten bietet das Hostel normale Einzelbetten. Kein Fremder der mitten in der Nacht an deinem Bettrahmen rüttelt. Und dann versteckt sich die Unterkunft auch noch direkt am Meer im Vorort Glenelg. Einfach perfekt! Sobald die Sonne sich zeigt, kann man spontan einen Strandspaziergang einlegen, die Krebsfängern am Steg beobachten oder über Fisch & Chips den Sonnenuntergang genießen. Eine wenig Sonne, Strand und Essen – was braucht der Mensch mehr. Naja, und zusätzlich habe ich mittlerweile die Stoffschuhe durch geschlossene Turnschuhe ersetzt. Dann ist das Wetter auch besser zu ertragen.

Adelaide ist putzig. Für Tourist ist es nicht allzu aufregend, aber ich glaube man kann hier gut leben. Neben den städtischen Museen bin ich persönlich von der Markthalle begeistert. Im „Central Market“ habe ich mich erstmal für die zwei Wochen in Adelaide mit Obst und Gemüse, aber auch mit Brot, Käse und Wurst eingedeckt. Ich konnte sogar eine Wienerwurst für meinen Gemüseeintopf erstehen. Gerade beim Essensangebot kann man bis heute den deutschen Einfluss entdecken, den Einwandere des 19.Jahrhundert in der Region hinterlassen haben. Bei Ausflügen ins Umland wird mir schnell klar warum man sich damals in Adelaide niederließen. Weinreben säumen die seichten Hügel, die am Busfenster vorbeifliegen, und dicke Wolken türmen sich über den Hügelkuppen. Fast wie daheim! Allerdings ist der örtliche Wein im Gegensatz zum Bergsträßer deutlich besser und weltberühmt.

Koala im Eukalyptusbaum

Im Morialta Conservation Park sitzen die Koalas in den Bäumen

Das Highlight meiner zwei Wochen in South Australia waren jedoch die Koalas. Gemütlich schlafen die Tierchen in Astgabelungen und interessieren sich wenig für ihre Umwelt. Außer vielleicht der eine, der von einer quietschenden Besuchergruppe aus dem Mittagsschlaf gerissen wurde. Abstehendes Zottelfell, verwirrter Blick – ziemlich sicher, dass ich ähnlich aussehe, wenn man mich unsanft weckt. Entdeckt habe ich die Koalas im nahe gelegenen Nationalpark. Bei strahlend blauer Himmel ging es den Hügel hoch durch Eukalyptuswälder vorbei an kleineren Wasserfällen. Der Wanderweg bietet einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und ihre Küste. Nach zwei Stunden in der Natur stehe ich wieder am Parkplatz und da entdecke ich die Gang. Dicker, runder Koala-Hintern ragen mir aus dem Baum entgegen. Die Koalas passen zu Adelaide: Beide ganz entspannt!

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