ElChalten_fritzroy

Durch die Pampa zum Fritz Roy

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Argentinien

Nach einem weiteren Grenzübergang haben sich unsere Wege getrennt. Wir wollen ein wenig schneller als unsere Mitfahrgelegenheit der letzten Woche in den Süden, da bereits ein Rückflug nach Buenos Aires auf uns wartet. Die Zeit drängt. Es ist früh morgens, wir stapfen orientierungslos durch den Ort. Endlich an der Ruta 40 heißt es, Daumen raus, das neongelbes Schild hochhalten und gewinnend lächeln. 600 km sollten zu schaffen sein. Eins, zwei, zehn Auto später hält eines an. Unsere neue Mitfahrgelegenheit hat ein großes Herz – am Ende ist jeder Platz belegt und insgesamt vier Tramper sitzen im Auto.

Auf der Ruta 40 Richtung Süden

Auf der Ruta 40 Richtung Süden

Wir fahren, besser holpern, an endlosen kilometerlangen Zäunen vorbei. Leider halten auch die Argentinier nicht all zu viel von befestigten Straßen. Pampa-Lamas, die aussehen, als wären sie mal mit einem Reh gekreuzt worden, und Straußen ähnliche Vögel überqueren fortwährend die Straße. Wir sind umgeben von trockenen Gestrüpp. Unser Fahrer ist so freundlich, einen kleinen Umweg zu fahren, um uns an der Abzweigung nach El Chalten rauslassen zu können. Kaum ausgestiegen, sitzen wir schon wieder im nächsten Auto. Am späten Nachmittag erreichen wir unser Ziel. Alles glatt gelaufen.

Zu Fuß durch die Natur

Wir sind am nördlichen Rand des Nationalparks Los Glaciares in Südargentinien. Hier reiht sich ein Gletscher an den nächsten. Es ist acht Uhr morgens und ein Taxi sammelt uns ein. Wir haben beschlossen, zum anderen Ende des roten Wanderwegs zu fahren und zurück in den Ort zu laufen. Unser Ziel ist Lagune de los Tres. Sie liegt am Fuße der drei Bergspitze des Fritz Roys. Es geht durch grünen Wald entlang des Flusses Rio Blanco. Immer wieder blitzen die Spitzen durch die Baumkronen und Bergkette. Es ist nicht zu heiß oder zu kalt und der Weg geht nur leicht rauf und runter – so macht wandern Freude.

Laguna Piedras Blancas

Laguna Piedras Blancas

Unser erster Stopp ist laut Karte die Lagune Piedras Blancas. Die Bäume lichten sich und wir stehen auf einer Aussichtsplattform. Man hat einen wunderbaren Blick auf ein Gletscherende und seine Lagune. Nach drei Fotos und einem Snack geht es weiter durch den Wald, vorbei an einem Campingplatz und einmal über den Fluss. Da ist der Wegweiser, der den Berg hoch zeigt, mit dem Hinweis man soll den Aufstieg nur bei guter physischer Verfassung wagen. Ich wage es. Angesetzt ist eine Stunde – ich brauche eineinhalb und selten hat sich etwas mehr gelohnt. Mittlerweile brennt die Sonne vom Himmel. Ich folge den gelben Pfosten. Kimmi habe ich längst aus den Augen verloren und ältere Herrschaften überholen mich. Mir wird mal wieder bewusst, dass Fitness nicht viel mit dem Alter oder dem Gewicht zu tun hat. Die anfängliche leichte Steigung verwandelt sich nach einiger Zeit in in hohe Treppenstufen und schließlich stolpere ich die letzten Meter, wie mir von anderen Wanderern versprochen wird, auf Schutt herum. Ich befinde mich auf der Höhe von Schneeflächen. Nach einer weiteren Kurve zeigen sich die Bergspitzen in ihrer vollen Pracht. Sprachlos bleibe ich stehen. Ich blicke auf die Lagune de los Tres.

Am Ziel angekommen: Lagona de los Tres

Am Ziel angekommen: Lagona de los Tres

Kimmi hat es sich bereits auf einem großen Stein bequem gemacht und wartet geduldig auf mich. Zeit für’s Mittagessen. Ich könnte ewig hier ausharren, aber die Kälte treibt uns wieder runter. Einmal das Tagesziel erreicht, wollen wir nur noch zurück in den Ort. Im Schnellschritt geht es vorbei an Bäumen, einer weiteren Lagune und verschiedenen Aussichtspunkte ins Tal. Meine volle Blase treibt mich an. Es geht meist bergab und ich bin froh, dass wir diesen Weg nicht hoch genommen haben. Endlich Asphalt. Ich habe es geschafft.

Der Berg Frtiz Roy erhebt sich über dem Ort

Der Berg Frtiz Roy erhebt sich über dem Ort

Am nächsten Tag steht Entspannung auf dem Programm. Bei jedem Schritt schmerzen meine Füße. Gott sei Dank, sind die Wege nicht weit in El Chalten. Es ist ein kleiner Ort mitten im Naturschutzgebiet. Das Leitungswasser ist reinstes Gletscherwasser und die Bergspitze erhebt sich über die Häuser. Liebevoll gestaltete Biergärten, Kaffees und Restaurants schmiegen sich um den Dorfkern. Es ist Sonntag, die Sonne scheint und Kimmi hat Geburtstag. Zum Anlass essen wir uns einmal quer durch den Ort. Der Geburtstagskuchen wird durch einen Früchte-Schockotraum von Waffel ersetzt. So lässt es sich leben.

3 Kommentare

  1. Die Pampa ist aber eben nicht in Patagonien. Da seid ihr erst jetzt. Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß.

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