Club Gotic

Fat, single and ready to mingle

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Peru

Meine Füße tun weh, weil ich es gewagt habe, die Highheels fremder Füße zu tragen. Es ist bereits das zweite Mal seit wir losgezogen sind, dass ich es zu tiefst bereue, nicht doch meine Pumps an den Rucksack gehängt zu haben. Aber nein, wahrscheinlich war es einfach vernünftig, nicht wie Tussi-on-Tour für fünf Events ein paar extra Schuhe mit rumzuschleppen. Ich habe eh schon viel zu viel dabei.

Aktuell stehe ich in einem Club und bin etwas überfordert. Eigentlich meide ich Läden wie diesen mittlerweile lieber und der Mädelsrunde, mit der wir unterwegs sind, geht es ähnlich. Mit Highheels, Jeans und Top fallen wir etwas aus dem Rahmen. Beliebt bei den Damen ist ein Schlauchkleid, das gerade die nötigsten Körperstellen bedeckt. Wahlweise auch bauchfreie Tops, die ich als BH’s bezeichnen würde, oder Klamotte aus Spitze, mal mehr oder weniger durchsichtig. Es ist ein Laden, wie es hunderte in Frankfurt gibt. Der englische Name ist nichtssagend, die Schlange lang und der Eintritt horrend. An der Decke hängen Kronleuchter. Bunte Lichter tanzen hektisch durch den Raum und Motive werden an die Wand projiziert. Auf der Tanzfläche tummeln sich Anzugträger, die verzweifelt versuchen mit Glitzerröckchen zu tanzen. Man(n) kaufen nicht einzelne Getränke, sondern gleich eine Flasche und sichert sich so einen Platz auf den protzigen Sitzmöglichkeiten. Als wir den Club betreten läuft hämmernde House-Musik, die einem mit purer Lautstärke in den Kopf gedrückt wird. Eine Unterhaltung ist unmöglich. Es werden sich einzelne Sätze zu gebrüllt, während man möglichst nah an seinen Gesprächspartner heranrücken muss – für meinen Geschmack etwas zu nah. Eine wirkliche Enttäuschung ist jedoch die Getränkekarte. Es ist eine nüchterne Aufzählung der angebotenen Getränke auf einem laminierten Stück Papier. Als kurze Erklärung: bis auf diesen Club waren die Bars und Restaurants in Lima liebevoll eingerichtet und jedes Detail war konsequent durch gestaltet. Es herrscht ein Niveau und eine Wertschätzung für Design, das ich aus Deutschland nicht gewöhnt bin.

Pisco ist ein Weinbrand und Perus Nationalgetränk

Pisco ist ein Weinbrand und Perus Nationalgetränk

Zurück zum Clubabend. Wir sind bereits früh angekommen, da wir durch Gästelistenplätze den Eintritt umgehen konnten. Nun stehen wir am Rand und die Atmosphäre ist irgendwie verspannt. Fasziniert beobachte ich meine Umgebung. Um die Langeweile zu vertreiben, wird nicht getanzt, aber getrunken und in jeder Ecke Selfies geschossen. Ich bin verwirrt. Auf gebrüllter Nachfrage wird mir erklärt, dass das Problem die Musik sei. Kurz nach Mitternacht wird die Behauptung bestätigt. Die Stimmung ändert sich schlagartig, als die Musik von House auf die hiesigen Chart-Hits der letzten 10 Jahre wechselt. Die Menge fängt sich endlich an zu bewegen. Spannend wie ähnlich sich weltweit solche Läden sind und doch wie unterschiedlich. Die Publikumslieblinge sind lateinamerikanisch, die meisten Getränke kommen mit Pisco und es wird in Pärchen getanzt. Genug beobachtet und verglichen, jetzt heißt es Kopf ausschalten und mitfeiern. Tanzend. Singend. Hüpfen. Ich bin in Lima die Hauptstadt Perus und nicht in Frankfurt – und es ist großartig. Als wir aufbrechen, ist es fast vier Uhr morgens. Wie gesagt, meine Füße schmerzen, aber will ich mich nicht beschweren. Es war ein hammer Abend – vielleicht bin ich doch noch nicht zu alt für solche Läden.

Das Highlight des Abends war jedoch der Mitternachtssnack/Frühstück. Es wird vor dem Schlafen gehen noch der Kühlschrank geplündert. Zu essen gibt es die Reste des Tages: Chifa (peruanisches-chinesisches Essen) und Kartoffelsalat vom deutschen Abendbrot. Langsam glaube ich, dass ich ein Hobbit bin, der alle paar Stunden essen braucht.

To be continued… Was wir sonst alles erlebt und (wichtig) gegessen haben in Lima, folgt im nächsten Beitrag. Um nichts zu verpassen, scrolle ans Ende der Seite und trag deine E-Mail-Adresse ins entsprechende Feld ein. Per E-Mail wirst Du sofort benachrichtigt, wenn ein neuer Beitrag online steht. Durch die Reiseumstände ergibt sich einfach kein fester Beitragsrhythmus auf dem Blog.

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