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Heimelig in Cuenca

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Ecuador

Wir sitzen mittlerweile tief entspannt am Strand, genießen das brennende Gefühl der Sonne auf der Haut und lauschen dem Meerrauschen – dazu aber bald mehr. Jetzt geht es gedanklich erst mal zurück zur Stadt Cuenca, denn zu unserem Besuch haben wir – bis jetzt – es noch nicht geschafft ein Beitrag zu schreiben. Immerhin haben wir zehn wunderbare Tage in Cuenca verbracht. Aber vielleicht ist das genau der Punkt: das Ganze ist einfach schwer zu beschreiben. Wir beide haben uns in den Ort verliebt und wir wären noch länger geblieben, wären wir nicht erst am Anfang unserer Südamerikarundreise. Der Kontinent hält noch unzählige weitere spannende Orte bereit, die wir zu erkunden planen. Das allein war der Grund warum wir schweren Herzens letzte Woche unsere Rucksäcke gepackt haben und weiter nach Guayaquil gefahren sind.

Jetzt aber erst mal zur Stadt. Es ist eine alte Kolonialstadt mit einem hervorragend erhaltenen historischem Stadtkern. Cuenca ist im Hochland gelegen und daher wird es hier empfindlich kalt in der Nacht. Beim Packen in Deutschland haben wir die Anden deutlich unterschätzt und da frieren keine Option ist, haben wir uns einen Schal und Pulli aus kuscheliger Alpakawolle gekauft. Einer der besten Eigenschaften Cuencas ist, dass sie sicher ist und wir uns hier zu jeder Tageszeit  frei bewegen konnten.

 

Cuenca zu Fuß erkunden

Cuenca zu Fuß erkunden

In den zehn Tagen haben wir in unendlichen Busstunden das Umland erkundet, Orchideen auf einer Farm bewundert und im Nationalpark El Cajas gefroren (Mehr zu diesem Abenteuer). Wir waren in Museum, soweit wir reingelassen wurden, haben in – gefühlt – jede Kirche reingeschaut und uns erklären lassen wie Panamahüte hergestellt werden. Die Hüte kommen Traditionell aus der Region und fast jeder ältere Einwohner trägt hier einen. Während ich Spanischunterricht genommen habe, hat Kimmi ihr Spanisch lieber im Alltag erprobt. Die Menschen sind hier herzlich und immer für einen Plausch offen. Es wird ein klares Spanisch gesprochen und es ist verhältnismäßig leicht zu verstehen. Ungewöhnlich für südamerikanische Verhältnisse ist, das hier durchgängig gesiezt wird.  Bei ihren Streifzüge durch Cuenca lernte Kimmi Freunde kennen, die uns mit zum Feiern genommen haben. Es mündete in einem wein-geschwängerter Abend bei dem ein Mix aus Spanisch, Deutsch und Englisch gesprochen wurde. Wenn die eine Seite Deutsch und die andere Spanisch gerade erst lernt, erhalten selbst Gesprächsthemen wie „Hast du Geschwister und was machen die?“  eine eigene Spannung.

Die Heiligenprozession bei dir Kirche Turi

Die Heiligenprozession bei dir Kirche Turi

Am Sonntag vor unsere Weiterreise habe wir noch die Kirche Turi auf einem Hügel am Stadtrand von Cuenca besucht.  Auf Grund der Aussicht wurde uns der Ausflug wärmstens ans Herz gelegt. Ein Bus brachte uns am späten Morgen an den Hügel und dann ging es 500 Stufen den Berg hoch. Nichts ahnend sind wir mitten in das Stadtteilfest gestolpert. Bewaffnet mit einem Schocki-Erdbeer-Spieß war die Aussicht drei mal so schön. An dem Tag kamen die Festlichkeiten zu ihrem Höhepunkt. Es wurde irgendeine Heilige gefeiert und das Publikum sah umwerfend aus in ihrer bunten, traditionellen Kleidung. Nach dem Gottesdienst, quollen immer mehr Menschen aus der Kirche und es fand eine Prozession statt. Es wurden – für nordeuropäische Verhältnisse – schrill kostümierte Marien, Jesu und andere Statuen durch die Straßen getragen. Begleitet wurden sie von Flaggen, Blumengestecken und Silberballons, während der Ansager versuchte die Musik und das laute Stimmengewirr zu übertönen. Anschließen wurde eine Tanzeinlage aufgeführt und die örtliche Rockband hatte ihren Auftritt. Was für ein Spektakel!

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