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Hoch im Norden am Cape Reinga

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Neuseeland – du wunderschönes Land! Ich sitze im Gras, der Wind zerrt an meiner Klamotte und die Sonne brennt vom Himmel. Schnell noch etwas Sonnenmilch auftragen. Kein Meter entfernt fällt der Boden steil ab. Vor mir liegt der Ocean und die Wasseroberfläche erstrahlt in unterschiedlichen Blau-Töne. Wo Wellen auf Land treffen sammelt sich weißer Schaum an grauen Stein und hellbraune Schlieren durchziehen das türkises Blau im Uferbereich. Die Wellenbewegung der Ozeane, die steinige Küste und der aufgewirbelte Sand kreieren ein hypnotisierendes Schauspiel. Ich befinde mich am nördlichsten Punkt der Nordinsel Neuseelands am Cape Reinga. Rechts von meinem Beobachtungsposten noch ein Stück den Weg runter steht der berühmte weiße Leuchtturm. Hier im Norden trifft das Tasmanische Meer auf den Pazifik.

Die Aussicht auf das Meer.

Die Aussicht auf das Meer

Cape Reinga ist ein beeindruckender Ort. Nicht nur wegen den Naturgewalten, die hier aufeinander treffen, sondern auch wegen ihrer Bedeutung für die Maori Kultur. Vom Leuchtturm hat man eine gute Aussicht auf den heiligen Ort. Das Wort Reinga bedeutet „Unterwelt“ und Maori glauben, dass eine Seele sich nach dem Tod auf den Weg Richtung Norden begibt. Sie gleitet entlang des 90 Mile Beach zum Cape Reinga und stößt sich am Baum ab, um die Unterwelt zu betreten. Ein anderer Maori Name für den Felsen ist Te Rerenga, was laut Internet so viel bedeutet wie „leaping-off place of spirits.“ Bzw. frei übersetzt „Absprung-Platz für Seelen“. Der Baum am Steinfelsen ist bekannt als Kahika – ein Pohutukawa Baum, der selbst in schwierigsten Verhältnissen überlebt. Entgegen seiner Artgenossen ist allerdings nicht bekannt, dass Kahika jemals erblüht ist. Geschichten der Maori Kultur faszinieren mich seit jeher.

Der nördlicher Vorsprung Te Rerenga mit dem Baum Kahika

Der nördlicher Vorsprung Te Rerenga mit dem Baum Kahika

Es sind mehr als 10 Jahre vergangen seit ich das letzte Mal in Neuseeland war. Zum Cape Reinga habe ich es damals allerdings nicht geschafft. Ich war 17 Jahre alt und habe für ein Jahr eine neuseeländische High-School auf der Südinsel besucht, um besser Englisch zu lernen. Damals habe ich meine Reiselust sowie meine Abneigung gegenüber geplante Gruppenreisen entdeckt. Als Minderjährig war ich noch an Bustouren gefesselt und diese fuhr nicht bis zum Cape Reinga. Seither stand der Leuchtturm oben auf meiner Bucket-Liste. Die Entscheidung von Auckland schnell weiter zum Bay of Islands zu reisen war daher zügig gefallen.

Von Paihia, dem beliebten Strandort in Northland, sind es allerdings nochmal drei Stunden Fahrt zum Cape Reinga. Glücklicherweise habe ich im Hostel zwei Mädels kennengelernt, die mich in ihrem Auto mitgenommen haben. Selbst fahren auf der – für mein Empfinden – falschen Straßenseite traue ich mir noch nicht zu. Bei wunderschönem Wetter ging es vorbei an grünen Hügeln, Schafen und Kühen. Hier oben ist nichts außer Weideland, das Meer und viel Sand. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Zwischenstopp an den Sanddünen gemacht, um mit einem Buggy-Board die Hügel runter zu schlittern. Kann man machen, kann man aber auch lassen.

Bay of Islands: der Strand in Paihia

Bay of Islands: Spaziergänge im Wald und am Strand 

Am Bay of Islands in Paihia blieb ich insgesamt fünf Tage, auch wenn ich die Inseln der Bucht nicht erkundet habe. Ein langer Sandstrand, viel Wald mit Baumfarnen und ein Hot-Tub im Hostel – mehr brauche ich nicht. Life ist good!

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