Wal

Such is life in the tropics

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Ecuador

Ich sitze in einem Boot – schon wieder. Das passiert seit ein paar Tagen gefühlt ständig. Nur diesmal überqueren wir nicht den breite Fluss Guaya oder schippern durch irgendein Flussarm, sondern steuern mit einem Affenzahn auf das offene Meer zu. Es geht hoch und runter und wir werden nach links und rechts geworfen. Einatmen. Habe ich erwähnt, dass ich normalerweise Boote aller Art genau aus diesem Grund meide. Ausatmen. Mit Hilfe von Booten haben wir hier – zugegebener Maßen – bereits Alligatoren beim Essen beobachtet, Delphine schwimmen gesehen und jetzt besuchen wir die Wale. Einatmen. Nun sitze ich hier, halte mein Blick starr auf den Horizont gerichtet und versuche mit meinem Körper die Bewegung auszugleichen, während ein Tourguide immer wieder verlangt, dass ich in die tobenden Wellen blicke, um die heimische Tierwelt zu begutachten. Ausatmen. Schlussendlich bin ich mir nicht sicher, ob ein paar Schwanzflosse genügend sind, um den Stress zu entlohnen.

Delephin und Aligator

Wir haben für einige Zeit unsere arme Backpacker-Existenz gegen ein Leben in Luxus eingetauscht. Unsere Rucksäcke stehenausgepackt in der Ecke und unsere Kleidung hängt auf Bügeln im Schrank. Ich kann kaum beschreiben, wie großartig ein eigenes Bett mit blütenweißen Lacken ist, im Vergleich zu den Matratzen im Hostel. Außerdem haben wir endlich das gute Wetter, welches uns in Deutschland um diese Zeit des Jahres sicherlich fehlen würde! Das Einzige was hier nicht 100% funktioniert ist tatsächlich das Internet, aber wahrscheinlich ist so etwas mit 81 Jahren einfach nicht von belangen. Wir sind aktuell auf Besuch bei Kimmi’s Großonkel in Guayaquil, der vor 60 Jahren nach Ecuador ausgewandert ist. Auch nach all der Zeit steht hier ein Vollblut-Hamburger vor einem. Wie sehr Herkunft doch prägen kann. Wir wurden hier aufgenommen, wie der verlorene Sohn. Damit einher geht auch ein Gefühl von Sicherheitsbewusstsein, was uns aus Deutschland und unseren bisherigen Reisen nicht bekannt war. Aber wir sind immer artig mit unserer Begleitung durch die Stadt gegangen und haben die große Sorge um unsere Sicherheit sehr gewertschätzt.

LeuchtturmAussicht

Wir wurden einmal quer durch alle Museen durch die Stadt geführt, vom Kimmi’s Großcousinen zum Naturschutzpark mitgenommen und der Großonkel hat uns seinen Hafen gezeigt. Zwischendurch haben wir noch im Standhaus in Playas ausgiebig das Meer genossen. Insbesondere diese Woche am Meer hat uns unglaublich gut getan.

Playas

Für die Gastfreundschaft, die Fürsorge und die Herzlichkeit mit der wir empfangen wurden, wollen wir uns nochmal bedanken. Es waren zwei wunderbare Wochen.

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