Queensland Mission Beach

Vom Great Barrier Reef in den Regenwald.

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Australien

„People, we‘re in Australia – if you touch something it likely will sting you back“ (= wir sind in Australien – wenn du etwas berührst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es dich im Gegenzug stechen wird). Das sind die einleitenden Worte des Kapitäns zu unserem Trip ins Outer Great Barrier Reef. Da die Würfelquallen Ende Mai noch Saison haben – ein Zusammenstoß mit diesen Meerestieren kann tödlich enden – schlüpfe ich fix in meinen Schwimmanzug, bevor ich ins Meer hüpfe. Trotz der 80 Menschen auf dem Ausflugsboot, hat sich die Massen am Riff schnell verloren. Mit recht ist das Wort „Great“ (= gigantisch) Teil des Namens.

Schnorchel-Trip zum Outer Great Barrier Reef

Schnorchel-Trip zum Outer Great Barrier Reef

Gleich beim ersten Schnorchel-Ausflug im Great Barrier Reef habe ich Nemo getroffen. Oder einen seiner Verwandten. Ich kann vermelden: es scheint ihm gut zu gehen. Soweit ein Laie das beurteilen kann. In der direkten Nachbarschaft des Clownfisches leben Papageifisch, blaue Seesterne und Riesenmuscheln. Fasziniert beobachte ich die farbenfrohe Korallenlandschaft. Blaue Spitzen. Rot und gelb. Endlos. Die Korallen räkeln sich der Sonne entgegen, wiegen sich in den Wellen. Es ist ein Blumengarten der anderen Art. Magisch. Erst als meine Finger vor Kälte kribbeln, schwimme ich zurück zum Boot. Zeit das Mittagsbuffet in Angriff zu nehmen.
Während meiner Reise entlang der East Coast werde ich noch ein paar Mal im Korallenmeer schnorcheln. Auf Magnetic Island hängt eine Meeresschildkörte im seichten Gewässer ab, während bei den Whitsundays im kristallklarem Wasser bunte, mir unbekannte Fische herumirren. Einfach eine Pracht!

Im gruenes Flusswasser am Mossman Gorge kann man schwimmen

Auf dem Weg zum Daintree Rainforest wird am Mossman Gorge gestoppt. Wer will darf hier schwimmen.

Neben dem Great Barrier Reef ist der Bundesstaat Queensland für seine Regenwälder berühmt. Während meiner Reise entlang der Ostküste geht es vom Meer in den Wald und dann wieder ins bzw. ans Wasser. Hier ist Vorsicht geboten! Neben den gefährlichen Würfelquallen lauern im Norden Queenslands auch Krokodile im Meer. Und im Gegensatz zu Haien stehen wir Menschen durchaus auf dem Speiseplan der Krokodile. Bei einem Trip in den Daintree Rainforest, einer der ältesten Wälder der Welt, erhalte ich eine ausführliche Einweisung in alle potenziellen Gefahrenquellen des Regenwalds. Und das sind viele, so scheint es: Verlasse auf keinen Fall den Weg. Im Unterholz leben Schlangen. Triffst du den selten Vogel Cassowary (= dt. Kasuare) bewege dich vorsichtig rückwärts, halte Abstand und wirke möglichst unbedrohlich. Auf meiner Reise entlang der Ostküste begegnete ich dem Biest bei den Hängematten im Hostel-Garten. Ich sollte an dieser Stelle allerdings erwähnen, dass das Haus mitten im Dschungel stand und dieses Exemplar ein Freund des Hauses war. Das Zusammentreffen ließ mich fast meine Mitfahrgelegenheit nach Mission Beach, der nächste Ort mit Bus-Station, vergessen.

Queenslands Tierwelt: Eidechse, Salzwasser-Krokodile & Kasuare.

Manchmal fühlt man sich in Australien wie auf einer ewigen Safari. Hier zu sehen: Eidechse, Salzwasser-Krokodile & Kasuare.

Selbst bei den Pflanzen des australischen Regenwalds sollte man aufpassen. Hier wachsen Stachel-Pflanzen, Ranken mit Wiederhacken und armdicke Lianen versperren den Weg. Das gefährlichste Gewächs ist allerdings die so genannte Suizide Plant. Trotz ihrer herzförmigen Blätter verteilt die Pflanze keine Herzlichkeit. Ganz im Gegenteil. Bei einer Berührung setzten sich 1000 feine Giftstacheln unter die Haut und im folgend Jahr lösen die Stacheln beim Opfer immer wieder Sinnens raubende Schmerzwellen aus. Sechs Monate bis zwei Jahre – solange dauert der Heilungsprozess. Danke, nein!

Australischer Regenwald

Während meiner Reise entlang der Ostküste war ich immer wieder im Regenwald wandern.

Während meiner weiteren Alleingänge durch den Bush klingen mir die Worte des Tourguides noch im Ohr:“Only look, don’t touch!“ (= nur ansehen, nicht anfassen!“) Eine Ansage, die mir normalerweise eher schwer fallen würde zu befolgen. Hier halte ich jedoch die Hände bei mir und achte genaustens darauf wohin ich trete. Und trotzdem: das grüne Dickicht ist beeindruckend. Uralte Giganten ragen in den Himmel, Schlingpflanzen verbinden die Bäume und Farngewächse nisten hoch in den Baumkronen. Ich sehe Tarzan förmlich durch den Wald fliegen. Egal wie oft ich auf den Auslöser drücke, kein Foto der Welt kann das Pflanzen-Wirrwarr richtig einfangen. Da bleibt nur eins: Sachen packen und selbst losziehen! Aber denke daran: „Take only pictures and leave only footprints.” (= Mache nur Fotos und lasse nur Fußabdrücke zurück, sprich du sollst bitte keine Naturprodukte mitnehmen und auch nicht littern)

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